Der Weg nach Auschwitz begann auch in Ahlen

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Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums besuchen Gedenkstätte in Auschwitz.

„Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung.“ 

Dieser grundlegenden – und gerade heute hochaktuellen – Forderung des bedeutenden Philosophen Theodor W. Adorno fühlt sich das Städtische Gymnasium Ahlen seit langer Zeit verbunden. Daher haben sich auch diesem Jahr wieder 28 Schülerinnen und Schüler der Q1 zusammen mit ihren Lehrkräften Jana Storck und Tobias Meemann auf den Weg nach Polen gemacht, um sich dort intensiv mit dem Symbolort des industriellen Massenmordes auseinanderzusetzen.

Über dem Lagertor konnte die Gruppe die Worte „Arbeit macht frei“ lesen. Der ganze Zynismus und die Perfidität dieses ungeheuerlichen Ortes spiegeln sich bereits in diesen drei Worten wider. Im Lager rückte das Grauen dann Raum um Raum immer näher. Koffer, Schuhe, Brillen und Haare der Ermordeten – und so viele Bilder. Bilder von geschundenen Menschen, deren Würde buchstäblich mit Füßen getreten worden ist. Bilder von Kindern, deren unschuldige Augen das entsetzliche Leid widerspiegeln, das in Auschwitz im Namen einer menschenverachtenden Ideologie geschaffen worden ist. Bilder von Folter- und Mordwerkzeugen, derer sich die Täter in einer unerträglichen Skrupellosigkeit bedient haben.

Im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau war es zunächst die schiere Größe dieses Mordortes, der die Gruppe nachhaltig beeindruckte. Der Gedanke, dass genau hier auch Menschen aus Ahlen ermordet worden sind, schuf eine unheimliche Atmosphäre. Aus Ahlen hat nur der spätere Ehrenbürger der Stadt Imo Moskowicz das Lager überlebt. Für die allermeisten Menschen bedeutete Birkenau aber den sicheren Tod.

Am Tag des Besuches schien die Sonne. Der Himmel war blau. Der Ort wirkte dadurch surreal. Doch das Bewusstsein, dass das gesamte Gelände im Grunde ein Friedhof ist und die Wege, auf denen die Gruppe das Lager durchquerte, einst Wege der Vernichtung, letzte Wege für über eine Millionen Menschen waren, trübte die äußerliche Idylle. In Auschwitz wurde auch bei Sonnenschein gemordet – Männer, Frauen, Kinder, Säuglinge.

Die Eindrücke machten zunächst sprachlos. Aus dieser Sprachlosigkeit erwuchs aber bereits während des weiteren Fahrtverlaufs ein Reflexionsprozess, der auch nach der Rückkehr nach Ahlen weiter geführt werden wird und muss. Denn hier, vor Ort, gilt es dafür zu sorgen, dass Auschwitz nicht noch einmal sei.

Bevor es nach Ahlen zurückging, begab sich die Gruppe noch auf Spurensuche nach jüdischem Leben in Krakau vor, während und nach dem Holocaust. So wurde unter anderem das ehemalige jüdische Viertel in Kazimierz, ein Stadtteil von Krakau, erkundet. Ein Besuch der Schindler-Fabrik, die heute ein Museum zur Geschichte Krakaus während der Zeit des Nationalsozialismus beherbergt, beschloss die Erinnerungsfahrt.
 


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