Europa im Schulalltag erleben: Französische Gastschülerinnen am Städt. Gymnasium Ahlen

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Zwei Wochen lang war das Städtische Gymnasium Ahlen Lern- und Lebensort für sechs Schülerinnen des Lycée Alfred Kastler aus Denain in Nordfrankreich. Im Rahmen einer individuellen Erasmus+-Schülermobilität verbrachten die Jugendlichen vom 16. bis 30. September ihren Schulalltag in Ahlen und lebten während dieser Zeit bei Familien von Schülerinnen des Städtischen Gymnasiums.

Im Mittelpunkt der Mobilität stand das Lernen durch unmittelbare Begegnung. Die französischen Schülerinnen nahmen am regulären Unterricht ihrer jeweiligen Hostschülerinnen teil und besuchten darüber hinaus gezielt bilinguale, englischsprachige und französischsprachige Unterrichtsangebote. So erhielten sie Einblicke in den deutschen Schulalltag, konnten ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen erweitern und unterschiedliche Formen des Unterrichtens und Lernens unmittelbar erfahren.

Besonders erfreulich war, wie schnell sich die sechs Gastschülerinnen in die Schulgemeinschaft integrierten. Mit großer Offenheit, Interesse und Engagement beteiligten sie sich am Unterricht und suchten aktiv den Austausch mit den Schülerinnen und Schülern des SGA. In der gemeinsamen Abschlussreflexion beschrieben sie die Atmosphäre an der Schule als offen und wertschätzend. Besonders positiv hoben sie hervor, dass sie sich als Individuen wahrgenommen und zur aktiven Beteiligung am Unterricht ermutigt gefühlt hätten.

Eine wesentliche Rolle für die Erfahrung der Jugendlichen spielten die Gastfamilien. Durch das Zusammenleben mit ihren deutschen Gastgeberinnen erhielten die französischen Schülerinnen nicht nur Einblicke in den Schulalltag, sondern auch in das alltägliche Leben in Deutschland. Gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge ergänzten die schulischen Erfahrungen und ließen aus der Lernmobilität eine persönliche und interkulturelle Begegnung entstehen.

Begleitet wurde die Mobilität auf französischer Seite von den Erasmus+-Koordinatoren des Lycée Alfred Kastler, Mathilde Dumoulin und Romain Desfossez. Gemeinsam mit der Erasmus+-Koordinatorin des Städtischen Gymnasiums, Carla Merschhaus, wurde der Aufenthalt vorbereitet und begleitet. Zum Abschluss werteten Schülerinnen und Lehrkräfte ihre Erfahrungen gemeinsam aus und richteten zugleich den Blick auf die weitere Zusammenarbeit der beiden Schulen.

Denn die deutsch-französische Kooperation wird fortgesetzt: Bereits in konkreter Planung befindet sich ein gemeinsames MINT-Projekt für das kommende Jahr. Zugleich eröffnet die Erasmus+-Akkreditierung des Städtischen Gymnasiums weitere Möglichkeiten für europäische Lernmobilitäten. Perspektivisch sollen daher auch Schülerinnen und Schüler aus Ahlen die Gelegenheit erhalten, in Frankreich Schul- und Alltagsleben aus eigener Erfahrung kennenzulernen, ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen weiterzuentwickeln und die bestehende Partnerschaft durch persönliche Begegnungen zu vertiefen.

Der zweiwöchige Aufenthalt macht damit sichtbar, was Erasmus+ im schulischen Bereich ermöglichen kann: Europa wird nicht nur zum Gegenstand des Unterrichts, sondern durch gemeinsames Lernen und Leben konkret erfahrbar. Internationale Begegnungen fördern Selbstständigkeit, sprachliche Handlungskompetenz und interkulturelles Verständnis – und schaffen persönliche Verbindungen, auf denen eine langfristige europäische Schulpartnerschaft aufbauen kann.


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