Durch das praktische Erleben und Mitmachen konnte die Gruppe nachhaltig Wissen zur ökologischen Landwirtschaft anreichern und motorische Kompetenzen wie auch Teamfähigkeit trainieren. Es ging darum, den Anbau und die Verarbeitung von Lebensmitteln kennenzulernen, die wir tagtäglich auf unseren Tellern haben. Dabei entwickelten die Schülerinnen und Schüler ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Biodiversität entlang der Wertschöpfungskette.
So besuchte die Klasse dreimal den Partnerbetrieb Berkhoff-Beumer. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler die Hühner, Ziegen, Mutterkühe, Pensionspferde, das Streuobst und die Wiesen kennenlernen. Natürlich durften sie auch mit anpacken, indem sie zum Beispiel ihr eigenes Mittagessen selbst ernteten und verarbeiteten. Die Arbeit wurde am Ende für alle belohnt: Es gab Kartoffeln mit Tzatziki und Apfelsaft von der Streuobstwiese. Tatkräftig schafften die Schülerinnen und Schüler neue Quartiere für Fledermäuse, indem sie Fledermauskästen zusammenbauten, die nun am Hof und auf dem Schulgelände für den Bezug bereitstehen. Betriebsleiter Henrich Berkhoff zieht positive Bilanz: „Das Interesse der Schüler und das Engagement der Lehrer machen hier die Vorteile der regionalen Lebensmittelproduktion und die natürlichen Zusammenhänge vor Ort erlebbar.“ Die weiteren Schritte der Wertschöpfungskette konnte die Gruppe auf dem Hof Lohmann in Freckenhorst kennenlernen, bei dem die Schülerinnen und Schüler die Grünkohlernte und -verarbeitung praktisch nachvollziehen durften.
In einer lebhaften Diskussionsrunde versetzten sich die Schülerinnen und Schüler nach den Betriebsbesuchen in verschiedene Positionen eines Stadtrates, um über die Vor- und Nachteile ökologischer und konventioneller Landwirtschaft zu debattieren. So konnten die Eindrücke in der Gruppe weiter vertieft und angewendet werden.
Maike Prehm, Projektleitung von Farm to Future unterstreicht: „Mit dem Projekt möchten wir dazu beitragen, die wachsende Distanz zwischen Stadt und Land abzubauen, um uns so gemeinsam für eine zukunftsfähige Landbewirtschaftung stark machen zu können.“
Und was ist bei den Schülerinnen und Schülern hängengeblieben?
Besonders gut kam der Kontakt zu den Tieren an. Nachhaltig waren auch die praktischen Arbeiten wie Fledermauskästen bauen oder Obst und Kartoffeln ernten und gemeinsam verarbeiten.
In der Nachbereitung waren bei den Schülerinnen und Schülern Statements zu hören wie „Ich habe gelernt, wie ein Landwirt arbeitet“ und „Ich habe mehr über `bio´ gelernt. So etwas könnten wir öfter machen!“
Weitere Zusammenarbeit mit dem Hof Berkhoff-Beumer geplant
Auch zukünftig wird die Klasse in Rahmen des wöchentlichen Kulturunterrichts den Betrieb besuchen und dort unter anderem weiter Gemüse anbauen. Kartoffeln, Möhren, Kohlrabi, Tomaten und Paprika werden gepflanzt, gezogen und im Spätsommer hoffentlich reichlich geerntet. Die Ernte soll im schuleigenen Kiosk verarbeitet werden.
Auch Neuntklässlern werden im Rahmen der Wahlpflichtkurse die Möglichkeit haben, die verschiedenen landwirtschaftlichen Zusammenhänge über den Jahresverlauf vor Ort kennenzulernen.
Schule macht sich auf den Weg für eine gesündere und ökologischere Verpflegung
Neben den Bildungsveranstaltungen werden die Einrichtungen auch darin beraten, wie Sie den Anteil an bio-regionaler Verpflegung in der Schule erhöhen können.
Bestellungen für das Kiosk laufen nun zukünftig über den Bio-Großhändler „Landlinie“.
Die Klassenlehrerin der 6b, Tatiana Beuning, zuständig für „Gesunde Schule“, berichtet vom Vorhaben, einen Lieferservice für den schuleigenen Kiosk aufzubauen. „Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern gesunde Lebensmittel in Bio-Qualität anbieten. Da liegt es nah, dafür auf die Produkte von „Landlinie“ zu setzen. Aktuell probieren wir den Lieferservice aus.“
Info:
Es handelt es sich um eine von neun Partnerschaften, die im Rahmen des Pilot-Projektes “Farm to Future” in den Öko-Modellregionen in NRW aufgebaut werden. Mit den Erfahrungen aus dem Projekt sollen schließlich Praxisleitfäden zum Aufbau von Partnerschaften einerseits für Landwirt*innen und andererseits für Pädagog*innen entstehen, welche dann kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Durchgeführt wird das Projekt Farm to Future vom Bioland Landesverband NRW. Das Projekt ist beauftragt durch die Landesvereinigung ökologischer Landbau NRW e. V. (LVÖ) und wird wie die Öko-Modellregion Höxter gefördert durch das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.