Verkehr rollt über die Osttangente

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Nach fast zwei Jahrzehnten politischer Diskussion, technischer und finanzieller Planung sowie aufwändigen Bauarbeiten rollen seit Dienstagvormittag (8. Juli) erste Fahrzeuge über die Osttangente. Freigegeben haben Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Landrat Dr. Olaf Gericke sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und von ausführenden Planungs- und Bauunternehmen den ersten Bauabschnitt, der über 1,4 Kilometer von der Guissener Straße bis zur Zeche Westfalen führt. Die neue Osttangente bildet eines der wichtigsten Verkehrsprojekte der vergangenen Jahrzehnte in Ahlen. „Sie wird nicht nur eine erhebliche Verkehrsentlastung in der Stadt erreichen, sondern auch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region stärken“, sagte Bürgermeister Berger in seiner Ansprache.

Die neue Route verkürzt unter anderem Pendlerfahrzeiten, unterstützt den gewerblichen Güterverkehr und gewährleistet einen schnelleren Anschluss an das überörtliche Netz. „Das wird sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung am Zukunfts- und Gewerbestandort Zeche Westfalen auswirken“, prophezeit Berger. Ahlens Bürgermeister dankte allen Partnern und Fördergebern, dass es in gemeinsamer Kraftanstrengung gelungen sei, „aus einer Skizze eine Straße werden zu lassen.“ Die beiden ersten Bauabschnitte fördert das Land Nordrhein-Westfalen mit rund 17 Millionen Euro. Ministerpräsident Hendrik Wüst leistete in seiner damaligen Funktion als Verkehrsminister 2021 den symbolisch ersten Spatenstich.

Landrat Gericke warnte davor, das Auto als Verkehrsmittel nicht zu „verteufeln“ und Bus und Bahn nicht zu verherrlichen. Nötig sei seiner Meinung nach „der gesunde Mix.“ Neubauten von Straßen seien notwendig, wenn sie die Menschen entlasten würden. Für das Land sind Neubauvorhaben inzwischen nur noch nachrangig von Bedeutung, erläuterte Udo Sieverding, Abteilungsleiter im NRW-Verkehrsministerium. „Das meiste Geld geht in den Erhalt bestehender Straßen“, sagt er. Ahlen könne froh sein über das Projekt, das Land sei es auch. Für Stadtbaurat Thomas Köpp hat Straßenbau mehr als nur verkehrstechnische Bedeutung. „Mobilität, Freiheit und Demokratie gehören zusammen.“ Sich frei fortbewegen zu können, sei ein Grundbedürfnis der Menschen.

Den Blick in die Zukunft richtete der Leiter der Ahlener Umweltbetriebe (AUB), Dennis Hadricka. Der zweite Bauabschnitt zwischen Zeche und Alter Beckumer Straße sei bereits sichtbar in Bau, der dritte bis zur Beckumer Straße in Planung. Das Projekt sei bei den AUB und beteiligten Unternehmen durchzogen von „großartigem Teamgeist und hoher Fachkompetenz.“

Der jetzt fertiggestellte Bauabschnitt ist der bautechnisch anspruchsvollste. Neben dem reinen Straßenbau umfasst er einen Überflugschutz für Fledermäuse und für fünf Millionen Euro eine neue Brücke über die Werse. Um vor Überschwemmungen zu schützen und um einen ausreichenden Querschnitt für den Hochwasserabfluss zu gewährleisten, musste das Bauwerk zudem in eine Dammlage gebracht werden. Ein neues Biotop ist für den Kammmolch angelegt worden, damit sich seine Population durch die Straße ungestört fühlt. Mit 10.667.400 Euro unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen den ersten Bauabschnitt der Ahlener Osttangente. Bürgermeister Berger erbat Gottes Segen für die neue Straße, die „Menschen verbinden, neue Werte schaffen und immer unfallfrei“ mögen bleibe.


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