„Warendorfer Mischung“ blüht auch in Ahlen

| Umwelt

Kostenlos wird jetzt wieder Wildpflanzen-Saatgut im Kreis Warendorf verteilt. Wer einen Garten besitzt, kann sich ab sofort die „Warendorfer Mischung“ bei den Ahlener Umweltbetrieben am Ostberg abholen. Ausgegeben werden maximal zwei Samentüten pro Haushalt. „Die Mischung blüht auch in Ahlen“, versichert die städtische Klimaschutzmanagerin Linda Sauer augenzwinkernd und mahnt zur Eile. Ausgegeben werden die Tütchen nur solange der Vorrat reicht.

Die „Warendorfer Mischung" sorgt für bunte Vielfalt. Glockenblume, Wiesenflockenblume, Wegwarte, Wiesen-Margerite, Königskerze, rote Lichtnelke und viele weitere Pflanzenarten erfreuen das Auge und besonders Wildbienen und Schmetterlinge. Die ein-, zwei- und mehrjährigen Pflanzen der speziell für den Kreis Warendorf konzipierten Mischung sind gebietsheimisch. Das heißt, dass Sie in unserer Region erzeugt wurden und auch hier natürlicherweise vorkommen. So treffen unsere heimischen Insekten auf genau die Pflanzenauswahl, die sie benötigen.

Es gibt Insekten, die weniger wählerisch sind und über mehrere Pflanzenarten verfügen, von denen sie Nektar und Pollen als Nahrung nutzen können. Und es gibt spezialisierte „Gourmets“, die ausschließlich Pollen einer ganz bestimmten Pflanze sammeln. Oft sind Rüssel oder Mundwerkzeuge genau für die Blütenform dieser einen Pflanze angepasst. Fehlt die Pflanze, kann das Insekt in der Region nicht leben. Nur wenn Natternkopf vorhanden ist, findet die Gewöhnliche Natternkopfmauerbiene Pollen und nur wo die Glockenblume wächst, findet die Kurzfransige Scherenbiene Nahrung.

Daher ist es so wichtig, der Tierwelt mit vielen heimischen Pflanzen passende Nahrung und geeigneten Lebensraum zu bieten. Denn an den Pflanzen finden Insekten und Vögel nicht nur Nahrung, sondern viele Arten überwintern auch an Pflanzen oder in den Stängeln und legen ihre Eier dort ab. Hilfreich ist es, wenn Pflanzen und Stängel in einem Bereich des Gartens über den Winter stehen bleiben. Dort können sich dann Insekten zurückziehen. Denn wenn die Tiere keinen Schutz finden, verschwinden sie still und lautlos.

Mit einer Tüte „Warendorfer Mischung“, die für ein bis zwei Quadratmeter reicht, schafft man schon ein Stück Insektenparadies im Garten. Ein geeigneter Aussaatzeitpunkt für die Mischung ist jetzt im Frühjahr bis Mai sowie der Spätsommer von August bis September. Zu Beginn benötigt die Fläche, gerade bei einem trockenen Frühjahr, eine ausreichende Wasserversorgung. Nach dem „Anschub“ wurzeln viele der Pflanzen jedoch tief, so dass Sie zukünftig ohne weitere Wassergaben auskommen sollten.


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